IVD Mitte-Ost e.V.

IVD votiert gegen das Bestellerprinzip für Kaufimmobilien – Standpunkt in der SIZ

Die aktuelle Diskussion um die Einführung des Bestellerprinzips für Kaufimmobilien beschäftigt die gesamte Branche, worauf der Immobilienverband Deutschland mit einer
außerordentlichen Mitgliederversammlung reagierte. Auch im Regionalverband IVD MitteOst wurde intensiv diskutiert und einmal mehr die Einbeziehung der Mitglieder gestärkt.
In vier Regionalkonferenzen diskutierten die Mitglieder des IVD Mitte-Ost in Sachsen und Sachsen-Anhalt das Thema Bestellerprinzip. Die Mitglieder vertraten dann die dezentral erarbeiteten Standpunkte und Vorschläge für den Regionalverband an der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) am 23. November 2018 in Kassel. Dort sprachen sich die anwesenden IVD-Mitglieder aus der gesamten Bundesrepublik geschlossen gegen die Einführung eines Bestellerprinzips für Kaufimmobilien aus. Sie sehen darin eine ungerechtfertigte Einschränkung in die Vertrags- und Berufsfreiheit und betrachten den
gesetzgeberischen Eingriffals überflüssig. Dem Selbstverständnis folgend arbeitet der Makler als fairer und neutraler Mittler für Käufer und Verkäufer gleichermaßen und weist seine Vertragspartner entsprechend darauf hin. Wenn die Politik die Makler nun zwingt, nur noch für den Verkäufer tätig zu sein, dann bleibt der Käufer schutzlos. Als einseitiger Interessenvertreter müsste der Immobilienmakler dann allein die Belange des Verkäufers im Blick haben. Bei einer seiner größten Investitionsentscheidungen im Leben würde der Käufer keine Beratung mehr erhalten. Das kann nicht im Sinne des Verbraucherschutzes sein. Der Käufer würde also nicht entlastet, sondern belastet. Denn es ist zu erwarten, dass der Verkäufer versuchen wird, die Provision im Kaufpreis einzupreisen. Mit dem erhöhten Kaufpreis erhöht sich auch die Grunderwerbsteuer, wodurch der vermeintliche Vorteil einer Provisionsfreiheit zum Nachteil für den Käufer wird. Der Immobilienkauf wird durch ein „Bestellerprinzip“ nicht günstiger.

Mehr Transparenz und Mitgestaltung

In Vorbereitung der außerordentlichen Mitgliederversammlung regte der Vorstand die Repräsentanzleiter an, das Thema mit ihren Mitgliedern vor Ort zu diskutieren und die
Standpunkte zu sammeln. Dieser bundespolitische Anlass passte gut zu den aktuellen Bestrebungen des Vorstandes, die Mitglieder intensiver in die Meinungsbildungsprozesse
einzubeziehen. „Wir informieren nun monatlich nicht mehr nur zu immobilienpolitischen Themen, sondern zur geleisteten Verbandsarbeit“, so Robert Vesely, Regionalvorsitzender des IVD MitteOst. „Schließlich ist Information die Voraussetzung zur aktiven Teilnahme an der Verbandsarbeit.“ Auch diese wird verstärkt. So arbeitet der IVD Mitte-Ost aktuell an einer Agenda zur Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität im ländlichen Raum von Sachsen und Sachsen-Anhalt, die anschließend mit der Landesregierung diskutiert wird. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte an der Herbstfachtagung des Verbandes im September 2018 gesprochen
und diese Zusammenarbeit initiiert. An der nächsten Fachtagung im Frühjahr 2019 wird dann der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, zu Gast sein. „Wir sind ein Verband für zwei Bundesländer und es freut uns deshalb sehr, dass wir mit beiden Ministerpräsidenten in gleichem Rahmen ins Gespräch kommen“, so Vesely. „Diese Zusammenarbeit über die Bundeslandgrenze hinweg kommt auch etlichen Mitgliedsunternehmen zugute, die in beiden Bundesländern arbeiten und ihre Interessen so in einem Verband repräsentiert sehen.“

29.11.2018

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