IVD Mitte-Ost e.V.

Mietpreisbremse kommt, die Probleme bleiben

• Mietpreisbremse in Sachsen und Sachsen Anhalt ungeeignet • Forderungen des IVD: Ausbau der Infrastruktur auf dem Land, Förderung des sozialen Wohnungsbaus

Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer Mietpreisbremse in Regionen mit angespannten Wohnungsmärkten geeinigt. Ziel ist es, so die Politiker, die Lage auf dem Immobilienmarkt zu beruhigen und Mietpreissprünge zu verhindern. „Eine nachhaltige Verbesserung wird dadurch aber nicht erreicht“, kommentiert Karl-Heinz Weiss, Regionalvorsitzender des Immobilienverbands Deutschland Mitte-Ost (IVD Mitte-Ost), und ergänzt: „Die Große Koalition sollte sich eher mit den Ursachen des Problems beschäftigen. Preisanstiege auf dem Immobilienmarkt entstehen durch einen Mangel an Angeboten. Nur neuer Wohnraum und Verbesserungen im Bestand hilft den Betroffenen tatsächlich. Doch dafür finden sich in den aktuellen Gesetzesvorschlägen keine konkreten Initiativen der Regierung.“

Nach Auffassungen des Verbandes wird das Problem durch die Mietpreisbremse aufgeschoben, weil die Ursachen nicht bekämpft werden. „Außerdem ist festzustellen, dass es in den Metropolen von Sachsen und Sachsen-Anhalt zwar begehrte Viertel gibt, in dem nicht jeder sofort die Wunschwohnung findet, von einem angespannten Wohnungsmarkt zu sprechen, ist aber grundsätzlich falsch“, erläutert Weiss und ergänzt: „Wichtiger wäre eine mittelfristige Förderung von sozialem Wohnraum, um auch in den kommenden Jahren eine soziale Durchmischung der Quartiere zu gewährleisten. Die konsequente Umsetzung notwendiger Maßnahmen zur Verbesserung der verkehrstechnischen und digitalen Infrastruktur im ländlichen Raum wäre ein weiterer wichtiger Schritt, um den Zuzug in die Metropolen abzuschwächen, den Run auf die begehrten Wohnlagen zu verringern und schlussendlich auch kleinere Kommunen in Sachsen und Sachsen-Anhalt wieder attraktiv zu machen. Die Vernachlässigung des Bestandes wird langfristig zu weiteren Problemen führen, da sie verbessernde Investitionen für Barrierefreiheit und Komfortanpassungen verhindert.“

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