IVD Mitte-Ost e.V.

IVD Mitte-Ost stellt Immobilienpreisspiegel 2016/2017 vor

IVD Mitte-Ost stellt Immobilienpreisspiegel 2016/2017 vor

Seit nunmehr 11 Jahren gilt der Immobilienpreisspiegel des IVD Mitte-Ost als maßgebendes Zahlenwerk, was die Entwicklung der Immobilienmärkte Sachsens und Sachsen-Anhalts betrifft. Jetzt wurde die aktuelle Ausgabe für das Jahr 2016/2017 während der IVD-Herbstfachtagung am 8. September 2016 auf der Leipziger Messe vorgestellt. Neben der hohen Beteiligung der Verbandsmitglieder stößt der Preisspiegel auch auf das Interesse zahlreicher Vertreter mitteldeutscher Medien und Pressevertretern.

Die umfassenden Ergebnisse aller Untersuchungen des aktuellen Immobilienpreisspiegels können Sie hier nachlesen. Den kompletten Preisspiegel können Sie unter diesem Link für 39,50in der Geschäftsstelle des Verbandes bestellen.

 Der Markt im Überblick

Die anhaltend gute Nachfrage nach Wohnraum, Bauflächen und Einfamilienhäusern sorgt in den Metropolen sowie den wachsenden mittelgroßen Städten für eine Dynamik am Immobilienmarkt. Steigende Einkommen, niedrige Zinsen und ein stabiles wirtschaftliches Umfeld machen die Immobilie trotz gestiegener Baukosten weiterhin erschwinglich. Vor allem in den begehrten Lagen steigen die Preise. Teilweise kann von einer Bautätigkeit wie in der Boomzeit der 1990er Jahre berichtet werden. Dies geht aus dem jetzt veröffentlichten Immobilienpreisspiegel des Immobilienverbandes Deutschland Mitte-Ost (IVD Mitte-Ost) hervor. Der Verband untersucht detailliert in seinem aktuellen Zahlenwerk die Entwicklung der wichtigsten Immobilienteilmärkte in insgesamt 28 Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts. „Ein wichtiger Impulsgeber für diese Entwicklung ist der Ausbau der Infrastruktur. Da wo die Landesregierungen beziehungsweise Stadtverwaltungen die richtigen Weichen für Mobilität, ÖPNV, Bildungseinrichtungen und Internetanschluss gestellt haben, drehen sich die Kräne“, erklärt Karl-Heinz Weiss, Regionalvorsitzender des IVD Mitte-Ost. Allerdings sorgen die gute Auslastung der Handwerksfirmen sowie die durch den Staat beziehungsweise die Kommunen stets steigenden Erwerbs- und Betriebskosten für einen Anstieg der Mieten und Kaufpreise. In begehrten Lagen steigen die Kaufpreise stärker als die Mieten.

Von einem flächendeckenden Preisanstieg in den Teilmärkten kann allerdings nicht gesprochen werden. Vielmehr existieren zwischen den Städten und auch zwischen den unterschiedlichen Lagen deutliche Unterschiede. Weiss: „Aus diesem Grund ist eine pauschale Betrachtung der beiden Bundesländer wenig zielführend. Viel wichtiger ist es, detailliert in die einzelnen Segmente zu schauen und auftretende Trends genauestens zu erfassen, um für jeden einzelnen betrachteten Ort eine genaue Marktaussage geben zu können.“ Unabhängig davon gebe es aber Tendenzen, die auch so in der Breite feststellbar sind. So zum Beispiel ist die hohe Nachfrage in den beliebten Lagen der Metropolen ungebrochen. Generell ist in den Großstädten der Trend zur Verdichtung von Baulücken feststellbar. Aus diesem Grund sind Einfamilienhäuser in bevorzugten Lagen nur noch schwer zu bekommen. Familien weichen bei der Suche nach den eigenen vier Wänden immer häufiger in die am Rande liegenden Stadtteile beziehungsweise nahen aber gut angeschlossenen Kommunen aus. Der IVD Mitte- Ost fordert daher ein kluges und vorausschauendes Handeln der Politik. „In vielen Großstädten sind Bauflächen im Stadtgebiet noch ausreichend vorhanden. Allerdings müssen diese zeitnah als Bauland ausgewiesen werden. Dies würde Preissteigerungstendenzen am Markt mindern“, so der Regionalvorsitzende.

 Wohnungsmieten in nachgefragten Lagen steigen

Der Wohnungsmarkt in Sachsen und Sachsen-Anhalt ist stabil, Wohnraum steht ausreichend zur Verfügung. Natürlich steigen die Kaufpreise und Mieten in nachgefragten Lagen weiter an. Dabei muss aber auch gesehen werden, dass das Mietniveau in den beiden Bundesländern vergleichsweise deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Die Bewegung am Markt entsteht durch das Bevölkerungswachstum in den Großstädten und mittelgroßen Städten. Die zunehmende Nachfrage nach Wohnraum und die damit einhergehende Mietpreissteigerung könnten dafür sorgen, dass der erforderliche Neubau von Immobilien besser refinanzierbar wird – eine Grundvoraussetzung für einen gesunden Markt. Es bleibt abzuwarten, wie diese Signale vom Gesetzgeber gefördert oder aber auch gebremst werden.

Die Schaffung von Wohnraum ist besonders in den Metropolen wichtig. Das Bevölkerungswachstum verbunden mit dem Geburtenanstieg und die positive wirtschaftliche Entwicklung sind die wesentlichen Gründe für den wachsenden Bedarf. Zwischen den einzelnen Großstädten gibt es allerdings Unterschiede. Während in Chemnitz und Leipzig in nahezu allen Marktbereichen ein Aufwärtstrend feststellbar ist, sind in Dresden, Halle und Magdeburg verstärkt die guten bis sehr guten Lagen sowie der Neubaubereich besonders begehrt. Daher ist ein Ausweichtrend der Mieter wie auch in den Vorjahren auf gut angeschlossene und entwickelte Stadtteile in den Randlagen feststellbar.

Die Preisspanne in den Metropolen reicht dabei für Wohnungen mit sehr gutem Wohnwert von 7,90 bis 11,50 /m2. In den anderen Städten der beiden Bundesländer bewegt sich die Preisspanne zwischen 6,00 und 9,50 /m2. In beiden Bundesländern sind in gut der Hälfte der ausgewerteten Städte in diesem Jahr die Spitzenmieten in Toplagen weiter angestiegen. Neben den Großstädten und expandierenden mittelgroßen Städten trifft das vereinzelt auch auf kleinere Städte zu. Bei den anderen Berichtsorten zeigen sich die Preise unverändert. Am meisten wird für Premiumobjekte in den besten Lagen in Dresden verlangt und zwar bis zu 14,00 /m2. In Leipzig und Magdeburg werden bis zu 13,00 beziehungsweise 11,00 /m2 vereinbart. Danach folgen Halle (10,00 /m2) sowie Chemnitz (8,50 /m2).

 Baugrundstücke und Häuser weiterhin begehrt

Baugrundstücke, freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser sowie die anderen Segmente des individuellen Wohnungsbaus erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Immer mehr Menschen bauen sich ihre eigenen vier Wände und haben dabei die guten und sehr guten Lagen im Blick. Die wachsende Nachfrage sowie die steigenden Bau- und Nebenkosten führen zu moderaten Preissteigerungen.

Neben den Großstädten melden auch einige mittelgroße Städte gestiegene Preise bei Baugrundstücken. Dazu gehören unter anderem Delitzsch, Dessau, Eilenburg, Görlitz, Wittenberg, Merseburg, Schönebeck und Stollberg. Der Kaufpreis pro Quadratmeter für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser in guter Lage bewegt sich in den beiden Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt zwischen 26,00 (Zittau) und 220,00 /m2 (Leipzig). Übrigens: Bei den Toplagen gehören Dresden und Leipzig traditionell zu den teuersten Metropolen. Für Baugrundstücke in sehr guter Wohnlage werden dort 420,00 beziehungsweise 375,00 / m2 gezahlt. In den mittleren Wohnlagen der Großstädte schwankt die Preisspanne zwischen 60,00 /m2 (Chemnitz) und 140,00 /m2 in Dresden.

 Im nunmehr siebenten Jahr in Folge steigen die Preise für freistehende Eigenheime in allen untersuchten Regionen, nur wenige Ausnahmen davon lassen sich in den erhobenen Daten finden. In den Metropolregionen der beiden Bundesländer variieren die Preise je nach Wohnlage und Ausstattung zwischen 110.000,00 (Chemnitz) und 1 Mio. (Dresden). Der Landeshauptstadt folgt Leipzig, wo für freistehende Eigenheime in sehr guter Wohnlage mittlerweile bis zu 660.000,00 zu zahlen sind. Auch in direkt an die Großstädte infrastrukturell gut angebundenen und grün gelegenen Umlandstandorten steigen die Preise. Diese Einschätzung trifft auf mittelgroße Städte wie Bautzen und Wernigerode zu, wo mittlerweile in Toplagen bis zu 500.000,00 bzw. 400.000,00 verlangt werden.

Einen ähnlichen Aufwärtstrend registrieren die IVD-Experten bei Reihenhäusern, die lange ein Schattendasein fristeten, nun aber immer beliebter werden. Die Preise für Reihenhäuser sind im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, wie die Verbandsmitglieder aus 13 der untersuchten Städte melden. Ansonsten sind die Preise stabil. Ein weiterer Anstieg in diesem Marktsegment wird prognostiziert. „Immer wichtiger bei einer Kaufentscheidung für eine Immobilie werden Aspekte der anliegenden Infrastruktur. Die Geschwindigkeit des Breitbandanschlusses ist ein wichtiger Faktor geworden. Aber auch die Sensibilität für Mobilitätsfragen, die naheliegende Versorgung, Vorhandensein von Kitas und Schulen und vieles andere mehr, für das vor allem die Landesregierungen und Kommunen die richtigen Weichen stellen müssen, wächst. Insofern ist feststellbar, dass in vielen Orten in Sachsen und Sachsen-Anhalt deutlich Nachholbedarf besteht. Es ist bedauerlich, dass wir dies wiederholt anmahnen müssen“, meint Karl-Heinz Weiss.

 Preise für Eigentumswohnungen steigen leicht

Die Entwicklungen auf dem Markt der Eigentumswohnungen zeigen sich – wie schon in den Jahren zuvor – mit einem Preistrend nach oben. Das Interesse sowohl von Anlegern als auch Eigennutzern für dieses Immobiliensegment ist ungebrochen. Die hohe Wahrscheinlichkeit auf Wertzuwachs aufgrund der mehrheitlich positiven Bevölkerungsentwicklung und die damit steigende Nachfrage nach Wohnraum lässt Eigentumswohnungen in den Metropolen zur Selbstnutzung oder als Renditeobjekte stärker in den Fokus rücken. Es lohnt sich aber auch ein Blick in die Randgebiete beziehungsweise in die etwas kleineren Städte. Hier sind die Kaufpreise günstiger. Generell lässt sich sagen, dass bis auf wenige Ausnahmen die Preise stabil beziehungsweise angestiegen sind. Die Immobilie wird als sichere Kapitalanlage weiterhin geschätzt.

Weiss: „Die Beliebtheit von Eigentumswohnungen ist seit vielen Jahren ungebrochen. Die hohe Nachfrage und das vorhandene Bewusstsein der Käufer, etwas Wertstabiles zu bekommen, lässt die Erwerber auch weiterhin für gute Angebote auch höhere Preise akzeptieren. Dabei sind nicht nur Bestandsimmobilien begehrt. Viele Käufer investieren langfristig, lassen sich von der gestiegenen Nachfrage nicht unter Druck setzen und legen ihr Geld vermehrt auch in Neubauobjekte an.“

 Optimistische Prognose bei guter Infrastruktur

Unter den Mitgliedern des IVD herrscht Einigkeit darin, die aktuellen Entwicklungen des Immobilienmarktes in beiden Bundesländern basierend auf belastbaren immobilienwirtschaftlichen Rahmendaten positiv zu bewerten. Wachsendes Interesse an Immobilien als Kapitalanlage sowie Auswirkungen einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren sorgen für einen stabilen Markt. Auch in Aussicht auf die kommenden fünf Jahre sehen die Experten gutes Potenzial an den Berichtsorten und gehen von einer Festigung des Marktes auf höherem Niveau aus.

Positive Entwicklungen zeichnen sich perspektivisch vor allem in jenen Städten ab, die in eine Verbesserung infrastruktureller Rahmenbedingungen investieren, darunter Bautzen, Borna, Delitzsch, Freiberg, Merseburg, Naumburg, Oschatz und Wernigerode. Auch in den mitteldeutschen Großstädten wie Chemnitz, Dresden, Magdeburg, Halle und Leipzig beobachten die IVD-Experten mehrheitlich vorteilhafte Entwicklungen und moderate Preissteigerungen.

 

 

 

 

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